top of page
HALTESTELLE
BAHNHOFQUAI
Die Tramhaltestelle Bahnhofquai gehört zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten der Stadt Zürich. Täglich bewegen sich hier tausende von Passantinnen und Passanten zwischen Hauptbahnhof, Limmatquai, Altstadt und den angrenzenden Quartieren. Die bestehenden Wartehallen aus den frühen 1950er-Jahren prägen den Ort seit Jahrzehnten und gelten als qualitätsvolle Zeugnisse der Zürcher Nachkriegsmoderne. Mit der Erweiterung und Instandsetzung wird diese städtebaulich und architektonisch prägende Infrastruktur an die heutigen Anforderungen angepasst und gleichzeitig denkmalgerecht weiterentwickelt.
Auslöser für das Projekt sind die notwendige Gleissanierung sowie die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Die Perrons werden neu organisiert, verlängert und in ihrer Höhe angepasst, sodass ein barrierefreier Zugang zu allen Tramlinien gewährleistet ist. Gleichzeitig werden die bisher nur partiell überdeckten Wartebereiche zu einer durchgehenden, witterungsgeschützten Perronhalle zusammengeführt. Damit verbessert sich nicht nur der Komfort für die Fahrgäste, sondern auch die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit der gesamten Anlage.
Der architektonische Ansatz versteht sich als präziser Weiterbau am Bestand. Die neuen Dachflächen orientieren sich in Form, Proportion und Rhythmus an den historischen Wartehallen, liegen jedoch leicht erhöht, um die neue Gleisgeometrie und das Lichtraumprofil aufzunehmen. Die charakteristischen schlanken Dachränder, die klare horizontale Gliederung und die ruhige Materialisierung werden weitergeführt, ohne in formale Nostalgie zu verfallen. Alt und Neu sind bewusst nahe beieinander, unterscheiden sich aber subtil durch die neue Silhouette und die zeitgemässe konstruktive Umsetzung.
Konstruktiv wird die bestehende Tragstruktur gezielt ertüchtigt. Die korrosionsgeschädigten Stützen werden instandgesetzt und mit zusätzlichen Massnahmen verstärkt. Die Erweiterung erfolgt in Stahlbeton mit vorfabrizierten Stützen und monolithisch ausgebildeten Dachplatten. Dieses robuste Konstruktionsprinzip ermöglicht einen wirtschaftlichen Bauablauf unter laufendem Betrieb und trägt den komplexen Untergrundverhältnissen über ShopVille, Anlieferungszonen und bestehenden Untergeschossen Rechnung.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Aufenthaltsqualität. Ein neues, fein abgestimmtes Beleuchtungskonzept mit energieeffizienter LED-Technologie sorgt für Sicherheit und eine angenehme Atmosphäre bei Tag und Nacht. Ergänzt wird dies durch flach integrierte Photovoltaikmodule auf den Dachflächen, welche einen Teil des Energiebedarfs der Anlage decken und den nachhaltigen Anspruch des Projekts unterstreichen.
Mit der Erweiterung und Instandsetzung der Tramhaltestelle Bahnhofquai entsteht ein zeitgemässer Infrastrukturbau, der Funktionalität, Denkmalschutz und architektonische Präzision verbindet und diesen zentralen Stadtraum als Visitenkarte der Stadt Zürich nachhaltig stärkt.
Wettbewerb 2020
Projekt 2020 - 2025
Ausführung 2025 -
Bauherrschaft
Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Architektur
Joos & Mathys Architekten
Mitarbeit
Valerio Santoni
Ivo Bader
Bauleitung
architektur realisation griesser GmbH
Bauingenieur
Ferrari Gartman AG, Bauingenieure
HLKS-Planer
G+T Ingenieure GmbH
Elektro-Ingenieur
gutknecht elektroplanung ag
Bauphysik
BAKUS Bauphysik & Akustik AG
bottom of page
