SCHULHAUS 

ANDEER, GR

Das alte und neue Schulhaus bilden einen dreiseitig umfassten Hof mit dem neuen Hartplatz. Dazwischen wird als Verbindung von Alt und Neu das offene, von 15 Betonsäulen getragene Pausenhallendach gespannt. Der Hartplatz öffnet sich nach Westen und findet seinen räumlichen Abschluss bei den Werkhöfen von Andeer, am Ufer des Rheins. Die Spielwiese auf dem südlichen Teil des Wettbewerbsgebietes bleibt ebenso erhalten wie die Baumgruppen beim Forstwerkhof und beim alten Schulbrunnen.
Pragmatisch werden die neuen Teile zueinander und zur alten Schule gesetzt. Es entsteht eine in ihren einzelnen Komponenten erkennbare, einfache städtebauliche Komposition. Expressiv gestaltete Motive in der Dachform verleihen dem Eingriff neben der bestehenden Schule eine moderne Eigenständigkeit, ohne fremd zu wirken. Eine Verwandtschaft zu den Häusern des Ortes wird in der Verwendung der Materialien und Farben der Umgebung gesucht. Breite Bänder an Dachränder, Hausecken und Sockellinien zeichnen wie bei Sgraffitofassaden alter Häuser die Konturen der Gebäude nach. Mit der zeichenhaften Sprache, der Gliederung der Fenster und der Tektonik der verschiedenen Putzarten wirkt das neue Schulhaus leicht, eine filigrane Körperhaftigkeit tritt hervor, ohne dass das Murale verloren geht. In sich additiv aus drei Teilen bestehend, wird die neue Schulhausanlage zur alten Schule gestellt, ohne sich mit ihr architektonisch an der Nahtstelle stark zu verbinden. Eine lose Verschränkung lässt ein neues Ganzes entstehen.
Wettbewerb 2002
Projekt 2002-2003
Ausführung 2003-2005
 
Bauherrschaft
Politische Gemeinde Andeer
Projektteam
Joos & Mathys Architekten
Mitarbeiter
Christian Bühlmann, Roger Schärer
Bauingenieur
Walter Bieler AG Bonaduz
Kunst am Bau
Carlos Matter Kunstschaffender Zürich